Liebe Gemeinde,
als ich die Losung für das neue Jahr 2012 zum ersten Mal bewusst wahrgenommen habe, kam mir ein Werbespruch in den Sinn:
„Sind sie zu stark, bist du zu schwach.“
Deutlicher und mehr auf den Punkt gebracht kann man das, was viele Menschen denken und erleben, wohl nicht ausdrücken.
„Höher, weiter, schneller“ gilt nicht nur im Spitzensport sondern auch im täglichen Leben.
Um
höher zu steigen auf der Karriereleiter, um mehr zu erleben, mehr
Einfluss und Erfolg zu haben muss man stark sein, sich durchsetzen.
Auch
in der Freizeit gilt das. Viele Menschen quälen sich in Fitnessstudios
und auf Heimtrainern, um stark, gut aussehend und fit zu sein.
Dass dabei mancher und manches auf der Strecke bleibt, wird billigend, allerhöchstens mit Bedauern zur Kenntnis genommen.
Man muss eben stark, sympathisch, mächtig sein, um in dieser Welt etwas
zu erreichen.
Die Schwachen, Kraftlosen, die am Rande, sie zählen nicht.
So ist das in der Welt.
Anders ist das bei und für Gott.
Seine Kraft, so sagt es das leitende und begleitende Bibelwort für 2012,
seine Kraft ist eben in den Schwachen mächtig.
Sichtbar wird diese „Bevorzugung“ der so ganz Anderen in Leben und Weg
Jesu.
Er beginnt in einem Stall vor Zeugen, die in ihrer Gesellschaft nicht galten,
vor Hirten. Klein, schwach, auf Hilfe und Fürsorge angewiesen kommt Gott
in die Welt. Der Weg des Kindes aus der Krippe führt konsequent diese Linie weiter.
Immer sind es die Kranken, Behinderten und Benachteiligten, denen Jesus
sich zuwendet und durch Heilung, Zuwendung und Vergebung neue Kräfte
weckt.
Am
Ende seines Weges durch das Leben wird Jesus selbst ein ganz Schwacher.
Am Kreuz scheint seine Kraft ganz und gar am Ende zu sein. Doch es
scheint nur so. Gottes Kraft ist gerade in diesem Schwachen mächtig,
mächtiger sogar als der Tod.
Was ist das für eine Kraft, die solche Macht hat, dass sie unsere Welt auf den Kopf stellt?
Es ist die Macht des Glaubens, des Vertrauens auf Gott und seine Wirklichkeit.
Es ist die Kraft der Versöhnung, die Trennung und Versagen überwindet.
Und es ist die Kraft der Liebe, die stärker ist als alle Macht der Welt.
Ich wünsche Ihnen und Euch ein gutes, gesundes und gesegnetes Jahr 2012.
Ihr Pfr. Rolf Klein