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„Ihr habt Christus Jesus als Herrn angenommen. Darum
lebt auch in ihm! Bleibt in ihm verwurzelt und auf ihn ge-
gründet, und haltet an dem Glauben fest, in dem ihr unter-
richtet wurdet. Hört nicht auf zu danken!“
Kolosser 2,6+7 (Monatsspruch April 2013)

Wenn ich aus meinem Arbeitszimmer in den Garten des Pfarrhauses schaue, sehe ich im Garten den Nussbaum, der vor 15 Jahren gepflanzt worden ist. Mittlerweile ragt er in die Höhe mit für sein Alter mächtiger Krone. Seine Wurzeln haben sich fest in den Boden gegraben, so dass ihm kein Sturm der letzten Jahre etwas anhaben konnte.

Wenn ich aus der Haustür des Pfarrhauses trete, denke ich manchmal an den großen Baum, der auf der Ecke des Grundstücks stand. Bei einem Sturm vor einigen Jahren fiel er um. Seine Wurzeln waren nicht stark genug, ihn zu halten.

Bäume sind für viele Menschen etwas Faszinierendes. In ihrer Nähe fühlen sie sich wohl und geborgen. Manche vergleichen das menschliche Leben sogar mit dem des Baumes. Wie die Bäume wollen wir Menschen irgendwo Wurzeln schlagen. Wie die Bäume die Jahresringe bilden, haben wir Menschen ein Gedächtnis, das uns an gute und schlechte Zeiten erinnert. Wie die Bäume ziehen wir Menschen die Kraft aus dem Fundament, das uns im Leben trägt. Wie die Bäume dem Licht entgegen wachsen, so sehnen wir uns nach Wärme und Liebe im Leben.

Paulus schreibt den Christinnen und Christen in Kolossä, dass sie in Jesus Christus verwurzelt sind. Er freut sich darüber, wie sie den christlichen Glauben angenommen haben und darauf gegründet leben. Aber der Apostel macht sich auch Sorgen. Denn die junge Gemeinde lebt in einem Umfeld, das anderen religiösen Vorstellungen folgt. Wie schnell kann eine Lebenskrise oder der Druck der Menge zu einem Abfall vom christlichen Glauben führen! Darum mahnt Paulus, Christus als Herrn weiter zu folgen.

Auch wir Christinnen und Christen heute sind mit unserem Glauben den Stürmen des Lebens ausgesetzt. Ob Lebenskrisen, Krankheiten oder der Verlust eines lieben Menschen, vieles kann zur Erschütterung unseres Glaubens führen. Paulus gibt in unserem Monatsspruch einen Hinweis, wie wir uns wieder fester im Glauben verwurzeln können: Wir sollen nicht aufhören zu danken. Denn wer Gott für das Empfangene im Leben dankt, der ist sich immer wieder aufs Neue bewusst, dass unser Leben ein Geschenk Gottes ist. Wer hingegen im Leben alles nur auf sich selbst zurückführt, verliert dieses Bewusstsein. Aus der Dankbarkeit aber wächst das Vertrauen, dass Gott es auch in Zukunft gut mit uns meint. So bilden sich immer stärkere Wurzeln des Glaubens.

Ihr Pfr. Joachim Schuler