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Sept. 2004
Generation gottlos
"Immer mehr Kinder in Nordrhein-Westfalen sind
nicht getauft - die Schulgottesdienste müssen vereinfacht werden.
Experten kritisieren, dass die Kirchen zu wenig tun, um junge
Menschen für den Glauben zu interessieren." (RP vom 29. Juli 2004, Land & Leute A3)
Diese erschreckende Entwicklung beobachten wir
schon seit geraumer Zeit. Viele Kinder erfahren im Elternhaus weder
biblische Geschichten noch wird ihnen die Beziehung zum Glauben und
zur Kirche vorgelebt. Kirchliche Festtage und ihre Bedeutung sind
vielen Schülern fremd - nur die freien Tage werden natürlich gerne
in Anspruch genommen. Ein gutes Beispiel dafür ist das Pfingstfest.
Es gibt den Pfingstsonntag und -montag, aber wer kann schon die
Bedeutung dieses besonderen Festes erklären!!! Natürlich gibt es
auch Gegenbeispiele - leider sind sie in der Minderheit. Dabei
spüren wir Lehrer im Religionsunterricht, wie aufmerksam und
interessiert sich die Kinder mit dem Alten und Neuen Testament
auseinandersetzen und mehr noch: Sie suchen die Beziehung zu ihrer
Lebenssituation, zu ihrem Alltag.
Die Begegnung mit Glauben und Kirche muss daher
im Kindergarten und in der Grundschule hergestellt und aufgebaut
werden. Erzieher und Pädagogen tragen eine große Verantwortung. Seit
einigen Jahren versuchen wir, die Emmaus-Kirchengemeinde und die
Agnes-Miegel-Schule, diese Defizite aufzufangen und den Kindern den
Weg zum Glauben zu ebnen: Im Schulgottesdienst werden die Schüler
der 3./4. Schuljahre auf die lithurgischen Elemente vorbereitet,
lernen das Vaterunser, das Glaubensbekenntnis und viele
Kirchenlieder. Die Schüler der 4. Schuljahre werden in einer
Unterrichteinheit mit Unterstützung von Pfarrer Schuler auf das
Abendmahl und die Bedeutung der Taufe vorbereitet. Am Ende steht ein
gemeinsamer Gottesdienst in der Hoffnungskirche, zu dem auch Eltern
und Verwandte herzlich eingeladen werden. Dabei stellen wir immer
wieder fest, wie gerne und ernsthaft die Schüler mitarbeiten und
sich auf das gemeinsame Abendmahl freuen.
Christa
Röhrscheid |