Besuch in der
Partnergemeinde Krausnick
Am 10. Juni 2004 war es wieder soweit: Mit unseren
beiden Gemeindebussen und zwei Kempener PKWs ging es Richtung
Krausnick, das wir ohne Stau am späten Nachmittag erreichten. Auf
der großen Wiese hinter dem Pfarrhaus erwarteten uns unsere
Gastgeber mit einer reichlich gedeckten Kaffeetafel. Es tat gut,
sich nach einem Jahr wieder zu sehen und sich auf die bevorstehende
gemeinsame Zeit zu freuen. Zeit, in der wir auch innehalten und
Rückschau halten wollten auf miteinander Erlebtes:
-
30-jährige Partnerschaft der ev.
Kirchengemeinden Krausnick-Willich (früher Schiefbahn)
-
15-jährige Partnerschaft der evangelischen
Kirchengemeinden Krausnick - Kempen
-
10-jährige Wiederingebrauchnahme der
Krausnicker Kirche
Und um den geschichtlichen Aspekt abzurunden,
wollten wir auch der ersten urkundlichen Erwähnung von Krausnick und
anderen Dörfern, die vor 1000 Jahren stattgefunden hatte, gedenken.
Am nächsten Morgen fuhren wir alle zusammen nach
Dresden, wo uns ein fachkundiger Führer die Sehenswürdigkeiten
dieser wunderschönen Stadt zeigte. Neben der Frauenkirche stand noch
zu ebener Erde auf einer Plattform die kupferne Turmhaube mit dem
Turmkreuz, die einige Tage später feierlich auf die Kuppel
aufgezogen werden sollte. Gerade dieses Kreuz dort oben auf der
Kuppel wird Mahnung sein für alle, die in Europa Verantwortung
tragen: Regierungschefs, Politiker und alle Bürger Europas. Es ruft
uns alle auf, unseren Beitrag zur Verständigung und Versöhnung zu
leisten, damit unser aller Hoffnung in Erfüllung geht: Ein Europa
der Freiheit, der Menschenrechte und des dauerhaften Friedens.
Zurück in Krausnick trafen wir uns abends nach
einer kurzen Erholungspause im Pfarrgarten zu einem Videobericht zur
Kirchensanierung der Krausnicker Fachwerkkirche wieder. Für alle,
die erst im Laufe der Zeit Weggefährten
unserer Partnerschaft geworden waren oder in diesem Jahr das erste
Mal an der Fahrt teilnahmen, war es dann ganz besonders interessant
zu erfahren, wie alles seinen Anfang genommen hatte. Der Initiator
unserer Partnerschaft Herr Pfarrer i. R. K.H. Burbulla hatte
Entstehung und Werdegang schriftlich niedergelegt. Beim Vorlesen
wurden Erinnerungen wach. Ja damals, als alles so schwer war, dann
...das Wunder ... Hoffnung ... Freude ... Mut(losigkeit) ....Mut...fassen...
Die Gegenwart hatte uns wieder, als wir zum
köstlichen kalten Buffet gebeten wurden. Dieser schöne, harmonische
Abend ging erst spät zu Ende. Der Samstagmorgen begann mit einer
gemeinsamen Bibelarbeit. Danach war Freizeit in und mit der
Gastfamilie.
Der
späte Nachmittag stimmte uns mit dem Vortrag: „Kräuterwissen und
weise Frauen“ auf das Mittelalter ein, das Thema des Abends werden
sollte. Zunächst einmal in Form eines mittelalterlichen Gastmahles,
für das viele Krausnicker Hausfrauen gebacken und gesotten hatten.
Köstlich!!!! Hmm!!!!! Nach dieser herrlichen Völlerei und passend zu
den leiblichen Genüssen hörten wir in der nun wunderschönen
Krausnicker Kirche ein Konzert des Susato Ensembles Berlin. Es
erfreute uns mit mittelalterlichen Gesängen, die auf historischen
Instrumenten begleitet wurden.
Mit Gesang und Gespräch klang dieser zweite Abend
aus.
Nach dem Festgottesdienst am Sonntag Morgen, der
von Herrn Pfarrer Heide, Herrn Pfarrer Wehner und Herrn Pfarrer Dr.
Haarmann gestaltet wurde, hieß es herzlichen Dank sagen für diese
wunderschönen Tage, für die Gastfreundschaft, die Köstlichkeiten,
das mit so viel Liebe zusammengestellte interessante Programm. Wir
freuen uns auf ein Wiedersehen — diesmal bei uns.
Mara Ring
Besuch in der Partnergemeinde Krausnick vom 30. Mai - 2. Juni 2002
Vor einigen Jahren entschlossen wir
uns, unsere partnerschaftlichen Beziehungen zu unseren Freunden in
Krausnick gemeinschaftlich mit der ev. Gemeinde in Kempen weiterzuführen.
Seitdem sind wir gemeinsam unterwegs. Hier
ein Bericht über unsere diesjährige Begegnung, den Dr. Christian
Timpe aus Kempen geschrieben hat. Er hat uns allen aus der Seele gesprochen:
"Die Sonne schien, als sich
am Morgen des Fronleichnamstages sechs Gemeindeglieder aus Willich-Schiefbahn/Neersen
und insgesamt 10 Kempener auf den 630 km langen Weg vom Niederrhein
nach Krausnick machten. Und die Sonne blieb vier Tage lang äußeres
Zeichen für frohes Wiedersehen, herzliche Aufnahme und erlebnisreiche
gemeinsame Tage im Brandenburger Land. Mit Kaffee und Kuchen im
großen Pfarrgarten wurden die Gäste von Familie Heide
und einigen weiteren Krausnickern willkommen geheißen. Selbst
die Mücken waren schon informiert! Auf einem ersten Spaziergang
durch Krausnick konnte das wieder bewohnte Storchennest und eine
Nachtigall bewundert werden. Nach dem Abendessen im Pfarrhaus ging
es zu den Gastfamilien, wo es noch einmal eine freudige Begrüßung
gab und der Abend mehr oder weniger lang wurde.
Der Freitag war zunächst
dem Zusammensein der Gäste mit den Gastfamilien gewidmet. Es
gab aber auch die Möglichkeit, eine Trauung in der festlich
geschmückten Krausnicker Kirche zu erleben. Was wäre der
Spreewald ohne eine Kahnfahrt? Die bot am Nachmittag Herr Buschik
aus Groß Wasserburg an, der nicht nur Kirchenältester
(wir sagen Presbyter), sondern auch Bürgermeister von Krausnick
ist. Es wurde eine wunderschöne Tour über die stillen
Fließe der Spree, zu der Frau Buschik noch mit Kaffee und
selbstgebackenem Kuchen beitrug. Zum Abschluss des Tages stand eine
Fahrt nach Vetschau auf dem Programm. Dort gibt es eine wendisch-deutsche
Doppelkirche, in der wir eine sehr interessante und lebhafte Führung
über diese besondere Kirche und die Bedeutung des Wendentums
in der Lausitz erlebten.
Dann kam Samstag, der Höhepunkt:
Pfarrer Heide hatte alle
eindringlich ermahnt, am Morgen ganz pünktlich um 8 Uhr am
Pfarrhaus zu sein. Und obwohl alle rechtzeitig da waren, konnte
er seine Anspannung nur mühsam beherrschen; denn es galt, pünktlich
um 9:45 Uhr in Potsdam am Schloss Sanssouci
zu sein. Für 10:10 Uhr hatten wir Eintritt mit einer kompetenten
Führerin, die uns durch die Räume des Schlosses begleitete.
Später, um 14:00 Uhr gab es noch eine weitere Führung
durch das Schloss Cecilienhof, in dem
1945 die Potsdamer Konferenz stattfand. Preußisch-deutsche
Geschichte zum Anfassen, von Friedrich dem Großen bis in die
Nachkriegszeit! In einer Kaffeestunde in Nikolskoe am Wannsee wurde
durch das Mundwerk des Kellners sehr anschaulich, was unter "Berliner
Klappe" zu verstehen ist. Dann ging es einmal quer durch Berlin
und zurück nach Krausnick, wo schon wieder die Tische gedeckt
waren. Der traditionelle Abschiedsabend zwischen Gastgebern und
Gästen begann und dauerte je nach Ausdauer bis weit in die
Nacht.
Sonntag 9:30 Uhr Gottesdienst
in Krausnick. Die Predigt hielt Herr Hufschmidt aus der Gemeinde
Willich.
Er machte Mut. unser Christentum
öffentlich zu leben und zu zeigen. Und wie gut. dass wir am
Vorabend - wenn auch mit anderen Liedern - Singen geübt hatten,
denn die Orgel war nicht besetzt. Und dann galt es schon wieder
Abschied zu nehmen. Wohl alle waren der Meinung, dass es wieder
wunderschöne gemeinsame Tage waren, nur viel zu kurz war die
Zeit - wie immer. Es bleibt aber ein Trost: Am 1. Mai 2003 steht
der nächste Partnerschaftsbesuch auf dem Programm, dann kommen
die Krausnicker an den Niederrhein! Für diesmal aber ein herzliches
Dankeschön von uns allen an die Gastgeber im schönen Spreewald!"
(Christian Timpe)
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